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Sonntag, Juni 7, 2020, 09:21

Der WWF hat den Handel wieder einmal dafür kritisiert, Fleisch viel zu billig mit Aktionen und Rabatten zu verkaufen. Dies vor allem in der Grillsaison, wo gerne zu günstigem Fleisch gegriffen wird. Die Reaktion des Handels darauf war, dass auch einkommensschwachen Konsumenten der Kauf von Fleisch ermöglicht werden soll und daher nicht auf Aktionen und Rabatte verzichtet wird.

 

Wer ist der Verlierer in diesem System? Zum einen sicher die Landwirte und Mastbetriebe, die ihre Tiere zu Niedrigstpreisen vermarkten müssen. Zum anderen aber auch die Tiere, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden.

 

Klar ist, dass sich nicht jeder Biofleisch und andere hochwertig produzierte Lebensmittel leisten kann. Auch wir wissen, dass biologische und handwerklich hergestellte Produkte teurer sind als jene im Supermarkt oder Diskounter. Wenn wir einkaufen gehen, dann geben wir mehr Geld für einzelne hochwertige Produkte aus. Wir kaufen allerdings gezielter und bewusster ein und geben somit nicht mehr aus als sonst bei einem Wochenendeinkauf im Supermarkt.

 

Bei unserem gestrigen Wochenendeinkauf hatten wir ein nettes und interessantes Gespräch mit einer Produzentin von uns. Diese hat den Nagel auf den Kopf getroffen, indem sie meinte, dass viele Leute nicht wissen, wieviel Arbeit und Mühe in ihren Produkten steckt. Erst wenn sie erklärt, welche Arbeitsschritte notwendig sind, welche Auflagen sie erfüllen muss und wieviel Zeit und Arbeit sie investiert, beginnen die meisten Konsumenten zu verstehen. Sie hat beklagt, dass ihr oft die Wertschätzung für ihre Produkte fehlt.

 

Mehr Wertschätzung wäre unserer Meinung nach generell angebracht. Wir sollten wieder lernen, den Wert von Lebensmitteln und auch anderen Produkten wieder schätzen zu lernen. Ein Bio-Huhn aus Weidehaltung um 30 Euro schätzt man sicher anders als ein Huhn vom Supermarkt um 2 Euro. Es ist eine Frage der Ethik und auch eine Frage des eigenen Gewissens. Woher kommt mein Schnitzl? Hatte es ein gutes Leben, bis es auf meinem Teller landete?

 

Daraus resultieren unserer Meinung nach auch viele Probleme unserer Wohlstandsgesellschaft. Es würden nicht mehr so viele Lebensmittel im Müll landen und die Bauern und Produzenten könnten wieder von ihren Produkten leben und müssten sich nicht mit immer niedrigeren Preisen zufriedengeben.

 

Daher unser Aufruf zu mehr Wertschätzung und Anerkennung zu tatsächlichen Leistungen. Egal ob bei Lebensmitteln, Handwerk oder Dienstleistungen.

Es ist schwieriger etwas zu erzeugen/produzieren, als ein Foto von sich zu machen, um dieses dann mit weisen Worten auf Instagram oder Facebook zu posten, was mittlerweile aber leider mehr Bedeutung hat und höher geschätzt wird als faire regionale und nachhaltige Produktion…

Biene bei der Arbeit


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